Drei Romane von mir - man könnte von einer Trilogie sprechen - sind nun auch in elektronischer Form erhältlich. Der renommierte Leipziger Literaturverlag hat sie im Frühjahr 2012 in der zweiten Auflage auf den Markt gebracht.

Über Drohnen wird inzwischen breit berichtet. Im Jahre 2009 war das noch nicht der Fall. Und nicht nur wegen der unbemannten Luftfahrzeuge (mal ferngesteuertes Spielzeug, mal schreckenerregende Kampfroboter) ist dieser Roman hochaktuell, sondern auch wegen der damit verbundenen Möglichkeit des Ausspionierens und Überwachens durch ganz normale Zeitgenossen:*

Verlorene Schwestern (2009)

Maik, ein 16-jähriger Junge, hat eine Drohne entwickelt, die einer Fliege gleicht und mit deren Hilfe er alles sehen kann, was er sehen will. Sein Plan ist, Prominente und Reiche auszuspionieren und, wenn er das ultimative Bild gefunden hat, zu erpressen. Nur seinem Tagebuch vertraut er sich an, einem digitalen Rekorder. Nancy, die früher als Mundmodell und für die Stasi gearbeitet hat, surft mit ihrer kleinen Maschine auf elektromagnetischen Wellen, bis sie auf Schallwellen trifft. Wie früher belauscht sie andere, aber ohne an verwanzte Räume gebunden zu sein – und nicht, um Böses zu schaffen, sondern um Böses zu verhindern. Maik und Nancy kommen über die ahnungslose Stadt. Sie wissen nichts voneinander, bis die Frau ein merkwürdiges Brummen hört. Fast eine Fliege. Aber eben nur fast.

Auch Maschinenmenschen und Menschmaschinen sind uns in den letzten Jahren vertrauter geworden. Um solche und andere künstliche Kreaturen geht es in diesem Roman, der im Jahre 2008 unter den Kandidaten für den Deutschen Buchpreis war, was nicht weiter erwähnenswert wäre, wenn es nicht die Wertschätzung durch den Verlag zeigen würde. Dass eine deutsche Professorin eine Schweizer Studentin zu lieben beginnt, ist heute nicht weniger interessant als im Jahre 2008.

Künstliche Kreaturen (2008)

Anna Wede wird auf eine Professur an einer Schweizer Hochschule berufen. Sie liebt ihre Wohnung, von der aus sie auf einen mächtigen Berg blickt, sie ist fasziniert von der ins Hochtal gelegten Stadt. Nicht zum ersten Mal hält sie ihre Vorlesung zur künstlichen Kreatur, in der sie auf Ideen der Antike ebenso eingeht wie auf Agenten und Avatare der Gegenwart. Lydie ist eine aufmerksame und zielstrebige schweizerische Studentin. Ihre Einladung zum Weintrinken in einem Lokal schlägt Anna nicht ab. Sie nähern sich an, vor allem körperlich und äußerlich. Die Studentin könnte Annas Phantasie entsprungen sein. Aber ihre Macht über die Professorin ist real.

Aus meinem späten Debütroman habe ich 2007 tagsüber auf der Leipziger Buchmesse vorgelesen und abends im Verlag in der Brockhausstrasse. Es geht um eine kleine Mädchengang in der computerisierten und doch eher realen als virtuellen Welt. Dieser Roman liegt auch als Hörbuch vor, eingesprochen vom Schauspieler Johannes Gabriel. Die Filmrechte können beim Verlag erworben werden.

Nachrückende Generationen (2007)

Nelli ist 14. Sie und ihre Freundin Sara gehen ins Café, ins Kino, klauen in einer Boutique. Sie haben Cyber- und Telefonsex, langweilen sich auf Partys und begehen beinahe einen Raubüberfall auf offener Straße. Als Nelli den gleichaltrigen Robert kennenlernt, spürt sie so etwas wie Glück - aber zur gleichen Zeit entgleitet ihr das Leben. Sie und Sara verabreden sich im Chat mit einem Mann, der sie zu Hause fast vergewaltigt. Als Nelli schließlich Robert Gewalt antut, scheint dies für beide das Ende zu sein. Und doch geht es irgendwie weiter, ganz anders, als man vermutet.

Über eine zweite Auflage freut sich ein Autor immer. Und ich freue mich besonders darüber, dass sich die Romane nun in der virtuellen Welt verbreiten.

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* Die Klappentexte sind - im Gegensatz zu den Blogbeiträgen - in deutscher Rechtschreibung verfasst. Sie stammen von der Website www.oliverbendel.net.