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Archiv der Einträge: Juni, 2012
  • Der letzte (Post-)Dadaist

    Die Stadt, die sogar Geld findet, um Kunstwerke von Harald Naegeli zu zerstören, opfert nun, zusammen mit dem Trägerverein, das berühmte Cabaret Voltaire. Dort entstand vor bald 100 Jahren der Dadaismus und in den letzten Jahren, sozusagen im Zeichen des Postdadaismus, unüberhör- und unübersehbare Aktions- und Konzeptkunst. Immer wieder haben Leute den Co-Direktor Philipp Meier abzuschiessen versucht, die von Kunst so viel verstanden wie ein Geissbock. Es ist ihnen nicht gelungen, und doch dürften sie in diesen Tagen fröhlich meckern, denn die einstige Weltstadt Zürich ist wieder ein bisschen mehr das Dorf geworden, das sie sich von Herzen herbeiwünschen.

    Gelungen ist es dem schnöden Mammon, und so wird man in Zürich bald nur noch etablierte und arrivierte (und hochsubventionierte) Kunst bewundern können, in den städtischen Museen, auf den städtischen Bühnen, mit dem gebührenden Abstand, um den sich Philipp Meier nie geschert hat. Er war direkt, er war mutig, und zwar auf kunstvolle und multimediale Weise. Und nun wird ausgerechnet aus dem Cabaret Voltaire ein Museum, wird der Dadaismus zur Geschichte, ist die Geschichte zu Ende erzählt. Hugo Ball, Emmy Hennings, Hans Arp, Tristan Tzara, Marcel Janco, Richard Huelsenbeck und all die anderen Exilanten würden sich im Grabe umdrehen.

    Richard Huelsenbeck - genauer gesagt seine Gedichte - habe ich in einen Roman eingearbeitet, im Auftrag des Cabaret Voltaire. Ganz normales Product Placement, wie es in manch anderem Roman stattfindet, aber öffentlich kommuniziert und experimentell durchgeführt. Der Betrag war eher symbolisch; uns, Philipp Meier und mir, ging es um die Sache. Kurze Zeit davor durfte ich im Cabaret Voltaire vortragen und -lesen, in dem alten Haus, an dessen Tür ich mit 17 Jahren stand und vor dem ich ausgerufen hatte: "Ich will hier rein!"

    Ich durfte 2010 rein, mit fast 42 Jahren, weil sich Philipp Meier acht Jahre lang engagiert und aufgeopfert und Künstlerinnen und Künstlern jenseits des bürgerlichen Betriebs eine Bühne geboten hat (eine solche wird zwar weitergeführt, aber unter anderen Bedingungen). Dafür kann man ihm nicht genug danken, und es ist zu hoffen, dass er eine neue Heimat finden wird, und zwar eine, die sich ihm würdig erweist.

  • Zur Beschneidung von Knaben

    In einem meiner Romane mache ich Werbung für www.intact-ev.de. Sogar der Link auf die internationale Aktion taucht auf. Die Beschneidung von Mädchen und Frauen ist ein grosses Verbrechen. Ich war immer der Meinung, dass man daneben ein kleines Verbrechen nicht vergessen dürfte, die Beschneidung von Knaben. Dieses Verbrechen ist mit dem anderen kaum vergleichbar, und man kann sagen, der "Grössenunterschied" ist enorm. Ein Verbrechen ist es trotzdem, ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit, in die Tat umgesetzt von deutschen Medizinern. Wegen infantiler Vorstellungen religiöser Erwachsener müssen Kinder unters Messer.

    Das Landgericht Köln hat nun ein wegweisendes Urteil verkündet. Es hat festgestellt, dass die Körperverletzung eine Körperverletzung ist und die Religion eine solche strafbare Handlung nicht legitimiert. Und es hat die Selbstbestimmungsrechte von Kindern gestärkt. Ohne Zweifel ein wegweisendes, ein wichtiges, ein richtiges Urteil. Es weist die Religiösen in die Schranken, die sich an wehrlosen Kindern vergreifen und die derart sexualisiert sind, dass sie an einem fremden Penis herumschnippeln müssen. Leider lässt die Süddeutsche Zeitung das Urteil nicht von einem Rechtswissenschaftler kommentieren, auch nicht von einem Mediziner, auch nicht von einem Philosophen, sondern von dem Theologen Matthias Drobinski, der als katholischer Journalist im Namen des Herrn unterwegs ist. Der Mitglied einer Organisation ist, in der massenhaft Kinder missbraucht wurden und werden, in physischer und psychischer Hinsicht, und in der die körperlichen Übergriffe systematisch vertuscht wurden.

    Für Drobinski gibt es, wie in einem anderen Artikel von ihm steht, "viel Gutes zu sagen über Benedikt XVI." - und nun auch über die religiös motivierte Verstümmelung von Jungen. Sein Kommentar "Wenn Richter zu Schiedsrichtern der Religion werden" hebt an mit den Worten: "Das Kölner Urteil ist Ausdruck unserer säkularen Gesellschaft. Manchmal aber ist es überhaupt nicht gut, wenn sich Richter über Religionen stellen." Zum Beispiel, wenn Menschenrechte zu verteidigen sind. Denn Menschenrechte stehen nicht gerade im Fokus der Religionen; vielmehr geht es um die Rechte von Göttern, von imaginären absurden Wesen, die den Menschen nicht immer wohlgesonnen sind. Der Götterkundler stellt die Argumentation von Holm Putzke dar, des vernunftsvollen Strafrechtlers, und resümiert: "Es ist eine positivistische Argumentation unberührt und unbeeindruckt von Tradition und Geschichte des Abendlands und Orients - und das wahrhaft Bemerkenswerte an ihr ist, dass das Kölner Landgericht ihr folgt." Und weiter: "Der Sinn für die eigenen christlichen Rituale geht verloren, die der anderen Religionen bleiben erst recht unverstanden, werden bestritten, bekämpft, die Gerichte werden angerufen - und zum Schiedsrichter." Ja, so ist das in einem Rechtsstaat, wenn Gewalt gegenüber Kindern ausgeübt wird, und es bleibt einem Theologen unbenommen, anders darüber zu denken. Dass ihm aber für seine Predigten die Süddeutsche zur Verfügung steht, ist ein Trauerspiel, das einem die Freude über das Urteil vermiesen würde, wäre sie nicht so gross.

    Matthias Drobinski hat kein Argument, aber immerhin Hoffnung: "Es spricht einiges dafür[,] dass sich die Karlsruher Richter irgendwann mit der Beschneidung von Knaben aus religiösen Gründen werden beschäftigen müssen. Und dann der Auffassung des Zentralrats der Juden folgen, der im Kölner Urteil einen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften sieht." Hoffnung habe ich auch, nämlich dass dieses Urteil Bestand haben wird in einer – so eine weitere Hoffnung – zunehmend aufgeklärten und säkularen Welt. Allerdings könnte es wirklich sein, dass das Verfassungsgericht das Urteil kassiert; bekanntlich lassen sich die Richter von den Kirchen immer wieder beeinflussen. Und es könnte nicht nur sein, sondern es wird so sein, dass die Religiösen immer mehr zusammenspannen, ganz egal, welches imaginäre Wesen sie anbeten. Sie werden sich immer mehr auf ihre gemeinsame Tradition und Geschichte berufen, eine Geschichte, die voller Lügen, Hass und Gewalt ist.

  • Es gibt eine andere Schweiz

    Zehntausende Ausländer und etliche Inländer werden vom Geheimdienst fichiert. Mit Hilfe einer Volksinitiative wird der Bau von Minaretten verboten. Das SVP-Logo prangt auf den Seiten der rechtsradikalen Vereinigung pro NRW. Aus der Schweiz heraus werden Neonazis mit Ideen und Waffen versorgt. Die SVP schaltet in der NZZ eine rassistische Anzeige mit dem Titel "Kosovaren schlitzen Schweizer auf". Der Blick am Abend macht Stimmung gegen die Deutschen ("Gekommen[,] um zu motzen"), indem er eine Frau vorführt, die - man hat ungenügend recherchiert - eine Österreicherin ist. Der Presserat kann keine Verfehlungen erkennen; dies tut er auf seiner Website kund. NZZ und Tages-Anzeiger zeichnen das Feindbild des (deutschen) Akademikers. Eine SVP-Politikerin bekennt, dass nach ihrem Geschmack zu viele Deutsche in der Schweiz sind; gegen einzelne habe sie nichts, nur gegen die Masse. Deutsche Kinder werden an Schulen als Nazis beschimpft, werden bespuckt und geschlagen. An einer Hochschule machen sich Studenten in ihrer Präsentation über das Land der ausländischen Dozentin lustig. Der Bundesrat verschärft das Asylrecht bis zur Unkenntlichkeit und gewährt nur noch eine "Nothilfe". Ein SVP-Politiker fordert auf Twitter eine neue Kristallnacht, dieses Mal für Moscheen. SVP und GLP wollen einen "Ariernachweis light" einführen, in dem zwischen echten Schweizern ("seit Geburt") und Eingebürgerten unterschieden wird. Im Fernsehstudio des SF zeigt einer den Hitlergruss, ohne dass es den Verantwortlichen auffällt. Ich habe einige Ereignisse der letzten Monate aufgezählt. Es gibt noch viel mehr. Es gibt aber auch eine andere Schweiz. Vielleicht kann man sie wiederbeleben.

    PS: Erst seit kurzem nehmen die deutschen Medien die Schweiz ernst, indem sie auch ihre Schattenseiten thematisieren. Florierender Menschenhandel, legale Teenagerprostitution und Despotengelder auf Bankkonten haben das Bild vom unschuldigen Heidiland verändert. Spiegel Online hat mich Ende April angefragt, ob ich über die Situation der Deutschen in der Schweiz schreiben will. Ich habe abgelehnt, werde aber in einiger Zeit über selbstgewählte Kanäle etwas publizieren. Dabei werde ich Vorkommnisse schildern, die man nicht für möglich hält. Aber ich werde auch an eine Schweiz erinnern, die Ausländern eine Einkehr und ein Auskommen ermöglichte, und die dadurch Kunst und Literatur in Europa gefördert und ermöglicht hat - und die eine humanistische Tradition hat, auf die sie stolz sein kann. Es gibt eine andere Schweiz. Ich glaube fest daran.

  • Die letzte Station vor dem Friedhof

    Das Krankenhaus ist die letzte Station vor dem Friedhof. Zumindest in manchen Fällen. Das weiss man auch im Kiosk des Kantonsspitals Winterthur. Deshalb wird dort in diesen Tagen für das ENGELmagazin geworben. Die Engel flattern ja, zumindest aus der Perspektive bestimmter Religionen, im sogenannten Jenseits herum. Was liegt also näher, als die Insassen auf genau dieses einzustimmen, mithilfe der mehr oder weniger sympathischen, noch nie gesehenen Wesen? Bereits gelesen? fragen die Boxen, die auf die Zeitschrift der Mondhaus-Medien GmbH aufmerksam machen. Noch nicht, mögen die etwas komplexeren Insassen antworten, und nicht einmal heute und morgen, denn selbst wenn es diesen Hokuspokus geben sollte, habe ich bald genügend Zeit, um mit den Engeln zu plaudern. Die etwas einfacheren Insassen mögen die Zeitschrift in die Hand nehmen und darin blättern. Und weil sie vielleicht in einer schwierigen, ja vielleicht aussichtslosen Situation sind, lassen sie sich blenden. Lassen sich einreden, etwas von dem Schwachsinn, das sich organisierte Betrüger ausgedacht haben, könnte von Relevanz für sie sein. Lassen sich das Geld, das sie selbst oder ihre Angehörigen besitzen sollten, aus der Tasche ziehen. Und alles nur, weil man in einem Kiosk in einem Krankenhaus in der sechstgrössten Stadt der Schweiz nicht nachdenkt und keinen Anstand besitzt.

  • Die Schweizerische Post entdeckt ihren Geistführer

    Über die Buchtipps der Schweizerischen Post habe ich an dieser Stelle schon mehrmals berichtet. Aktuell wird dem Besucher der Filialen das Buch "Entdecke deinen Geistführer: Wie uns Engel und geistige Wesen begleiten" von Pascal Voggenhuber empfohlen. Sicherlich hat wieder eine hochkarätig besetzte Kommission wochenlang getagt, um zu diesem Ergebnis zu kommen. Weil ich meinen Geistführer schon immer entdecken wollte, habe ich zu Hause bei Amazon nachgeschaut.

    "In seinem dritten Buch widmet Bestsellerautor Pascal Voggenhuber seine ganze Aufmerksamkeit dem Thema Geistführer. Bereits als Kind hatte er Kontakt mit ihnen und konnte dadurch seine Hellsichtigkeit stets weiterentwickeln." Ich hatte als Kind Kontakt mit meinen Eltern und Lehrern. Und mit anderen Kindern. Offensichtlich blieb mir etwas verborgen. Weiter heisst es: "Geistführer waren seine Begleitern in allen Lebenslagen." Meine Begleiter waren die farbigen Duden-Bände; deshalb kann ich meistens deklinieren, im Gegensatz zum Verlag. "Er zeigt in seinem neuen Buch auf wie man seinen Geistführer entdecken und die Beziehung zu ihm vertiefen kann. Er zeigt uns auch an zahlreichen Beispielen, wie uns Engel und Geistführer im Alltag begegnen und begleiten." Meistens kann ich auch Kommata richtig setzen, aber das nur am Rande. Die Beziehung zu meinem Geistführer wollte ich schon immer vertiefen. Ich hoffe natürlich, dass es meinem Geistführer ebenso geht. Nicht auszudenken, wenn er nichts von mir wissen wollte. "Sie finden auch viele praktische Tips, wie Sie die geistige Welt wahrnehmen und besser verstehen können." Endlich, rufe ich aus, endlich wird das Geistige wieder geschätzt. Ich dachte schon, alle denken nur an Fussball. "Wir sind nie alleine, wenn wir lernen, die Geistige Welt in unser Leben zu integrieren, so der Autor." Warum die "geistige Welt" plötzlich gross geworden ist, weiss ich nicht, aber verdient hat sie es auf jeden Fall.

    Wenn ich jetzt noch Zweifel hatte, ob ich dieses Machwerk erstehen sollte, werden diese zerstreut durch die Kommentare, die Amazon lustigerweise Rezensionen nennt. "Dieses Buch ist Leicht zu Lesen und die Erfolge zu diesem Thema hat bei jedem einen anderen erfolg." Dem ist nichts hinzuzufügen, N. Wimmers (lesenswert auch seine oder ihre Rezension zu "Karma-Clearing: Die Geheimnisse der Lichtarbeit" von Wiltrud Miethke: "Das Produkt ist sehr Wissenschaftlich und unter dem Einfluss vov Esotherischem Wissen Gehalten.")! Eine Nicole bemerkt zum Buch, es stelle "viele Esoterikbücher in den Schatten". Das scheint mir auch so! Nur die Berlinerente weicht ab: "Hier und da kommen mir Zweifel und fühle ich mich als Leser allein gelassen." Aber derlei Skepsis ist man ja von den Deutschen gewohnt! Über den Autor erfährt man auf Amazon noch: "Pascal Voggenhuber, geboren 1980, ist das jüngste Medium der Schweiz." Und ich dachte, das wäre Doodle. Er liess sich "in der Schweiz und England zum Medium ausbilden". Wo genau, erfährt man leider nicht, aber ein Dipl.-Psych. der etwas anderen Art wird es schon geworden sein. Danke, Schweizerische Post, für diese Empfehlung! Ich bin gespannt, welchen Führer wir als nächstes entdecken dürfen!

  • Die Rache der Nerds

    Mein neues Fachbuch "Die Rache der Nerds" erscheint im September 2012 im Verlag UVK. Auf der UVK-Website www.die-rache-der-nerds.de werden laufend Informationen zum Buch bereitgestellt. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Verlags. Der Klappentext:

    Die Nerds bestimmen den Lauf der Welt. Sie sitzen seit langem in den Kellern und seit kurzem im Parlament. Sie wurden jahrzehntelang schlecht behandelt. Und jetzt rächen sie sich. Sie machen uns abhängig, sie machen uns verrückt, mit ihren Prozessen, Technologien und Systemen, sie machen uns überglücklich, mit ihrer Software, ihren Geräten. Man kann das alles so hinnehmen, kann sich mitreißen lassen, mitmachen, ein Zahnrädchen im Getriebe sein. Und man kann Fragen stellen, etwa aus der Perspektive der Informationsethik. Was tun wir in unserer hochtechnisierten Welt, in moralischer Hinsicht, und was wollen und sollen wir tun? Was ist mit unserer Autonomie, was ist mit unserer Verantwortung, was ist mit unserem Menschsein im Angesicht der Maschinen? Fragen kann man auch stellen in Bezug auf die Aus- und Weiterbildung und die Arbeitswelt. Werden die Informatiker und Wirtschaftsinformatiker in adäquater Weise ausgebildet? Arbeiten sie in genügender und gleichberechtigter Weise mit Geistes- und Sozialwissenschaftlern zusammen? Und wissen sie immer, was sie tun, welche Folgen ihr Handeln hat, für sich, für uns, in ihrem Land, auf der ganzen Welt? Viele Fragen stellt das Buch "Die Rache der Nerds", und nur einige kann und will es beantworten. Die Leserinnen und Leser sind aufgerufen, weiter nachzudenken – und ihren Teil zu einer lebenswerten Informationsgesellschaft beizutragen.

    Ein Blick in das Buch lohnt nicht nur wegen der Inhalte, sondern auch wegen der zahlreichen QR-Codes. Diese führen zu Fussnoten und Glossareinträgen. Ein Blick auf das Buch lohnt ebenfalls, denn UVK ist es gelungen, eine überzeugend gestaltete Serie zu Gesellschafts- und Wirtschaftsthemen ins Leben zu rufen:

    Cover

    Weitere spannende Titel der neuen Serie sind "Privatsache Handtasche" von Jean-Claude Kaufmann und "Die Gier nach Gold" von Michael Bloss. Auf der Frankfurter Buchmesse 2012 stelle ich mein Fachbuch vor und referiere über informationsethische Fragen. Interessierte finden sich am Samstag, 13. Oktober 2012 am UVK-Stand (Halle 3.1 B 184) ein.

  • Eine Frage der Moral

    In dieser Woche ist ein Artikel von mir zur Bedeutung der Informationsethik für Unternehmen erschienen, in der UnternehmerZeitung. Hier die Kurzbeschreibung von der Plattform http://www.informationsethik.net:

    Der 384 v. u. Z. geborene Aristoteles ist einer der Väter der Ethik. Die Glückseligkeit im Diesseits war sein Ideal. Heute finden wir Bereichsethiken wie Informationsethik, Wirtschaftsethik, Politikethik und Medizinethik vor. Die Informationsethik untersucht die moralischen Implikationen des Einsatzes von Informations- und Kommunikationstechnologien und neuen Medien. Ihre Methoden und Inhalte können auch für Unternehmen nützlich sein. Der Artikel "Eine Frage der Moral" von Oliver Bendel erklärt, was Informationsethik im deskriptiven bzw. empirischen und im normativen Sinne ist und wie Unternehmen die Inhalte und Methoden gebrauchen, aber auch missbrauchen können. Er ist im Juni 2012 in der UnternehmerZeitung erschienen und steht auch online zur Verfügung.

    Ich werde weitere Artikel zur Informationsethik publizieren. Die Ergebnisse werden in ein Lehrbuch zur Informationsethik einfliessen. Wer eher ein Fachbuch mit Geschichten und Gedanken zur Informationsethik sucht, sei auf "Die Rache der Nerds" verwiesen.

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