Winterthur scheint sich zu einem der Zentren für Esoterik zu entwickeln. In diesen Tagen tritt João de Deus (aka João Teixeira da Faria) in der sechstgrössten Stadt der Schweiz ("Züri Ost") auf. Er selbst bezeichnet sich als Medium, Heiler und Geistheiler, und wer noch alle Tassen im Schrank hat, bezeichnet ihn als Scharlatan und Betrüger. Seinen Auftritt hat João de Deus in der Eulachhalle bzw. den Eulachhallen. Auf der Website eulachhallen.ch heisst es:
Treffen Sie João de Deus und erhalten Sie umfassende Informationen rund um die Phänomene des weltweit bekannten Mediums und Heilers. Namhafte Ärzte verschiedener Fachrichtungen und Wissenschaftler aus diversen Gebieten berichten über ihre Untersuchungen und Erfahrungen im Zusammenhang mit den erstaunlichen Heilerfolgen von João de Deus.
Mit diesen Worten wird nicht nur ein Betrüger hofiert, sondern auch die Wissenschaft verspottet. Kein Wissenschaftler, der diesen Namen verdient, würde sich für diesen "Kongress für geistiges Heilen" (Zitat von der Website der Eulachhallen) hergeben, über den am 16. Juli 2012 auch der Tages-Anzeiger berichtet hat. Lesenswert ist nicht nur der Artikel von Hugo Stamm, sondern auch der eine oder andere Kommentar dazu.
Kurt S. kritisiert, dass in der christlichen "Schleife" Homosexuelle "geheilt" werden und in der Eulachhalle Verzweifelte, "die aus lauter Verzweiflung die Scharlatanerie dahinter nicht mehr erkennen können". Und Maja N. erkennt, dass es "offensichtlicher Betrug" sei, und fragt, warum "so eine Veranstaltung trotzdem durchgeführt werden" dürfe. Es gibt aber auch ganz andere Stimmen, etwa die von Josef F. und Lukas P. ... Josef F. behauptet: "Wunder habe ich an mir selber erfahren dürfen." Und Lukas P. meint Stefan J. gegenüber: "Meine Hellsichtigkeit hat sich 'zufällig' bei einer Heilsitzung (nicht bei diesem Heiler) eröffnet, wollte den Heiler eigentlich als Scharlatan entlarven. Stattdessen kann ich jetzt Sachen sehen und fühlen, die Sie nie glauben würden."
Wer steckt hinter den Eulachhallen? Präsident des Verwaltungsrats ist Hans Akeret. Vertreter der Stadt sind Stefan Fritschi, Stadtrat, und Samuel Schwitter, Leiter Abteilung Hochbauten. Ob sie von der Veranstaltung wissen? Und ob sie Verantwortung übernehmen für die Abzockerei? Auf ihrer eigenen Website können sie nachlesen, was die Teilnahme an der Pseudokonferenz kostet: Eine Tageskarte ist für CHF 159.- zu haben, eine Dauerkarte CHF 449.- ... So wie beim Kongresshaus in Zürich scheinen moralische und rechtliche Leitlinien zu fehlen, die man bei Anmietungen herbeiziehen könnte. Im Jahre 2012 hat das Kongresshaus dem Kreationisten und Fundamentalisten Harun Yahya (mit richtigem Namen Adnan Oktar) eine Plattform gegeben. Auch hier war die Stadt beteiligt. In Sachen Esoterik steht die Eulach- der Limmatstadt in nichts nach. Zusammen geht man den Bach runter. Und wird zur geheimen (Esoterik-)Hauptstadt der Schweiz.




















